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Pressemitteilung

20.01.2012
Sozialministerin Monika Bachmann verleiht Verdienstkreuz am Bande an Prof. Dr. med. Jochen Wilske

Die saarländische Sozialministerin Monika Bachmann hat am Dienstag, 10. Januar 2012, im Sozialministerium Herrn Prof. Dr. med. Jochen Wilske, ehemals Leiter des Instituts für Rechtsmedizin der Universität des Saarlandes, mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Sie würdigte damit seine besonderen wissenschaftlichen Leistungen in der Drogenfrüherkennung.

 

Ministerin Bachmann: „Dank der wissenschaftlichen Pionierarbeit von Prof. Dr. Wilske ist es möglich geworden, junge Menschen im frühestmöglichen Stadium vor einer Drogensucht zu bewahren. Durch sein von hoher Einsatzbereitschaft gekennzeichnetes Engagement, insbesondere in der Drogenprävention, hat er sich Verdienste um das Allgemeinwohl erworben, die eine Auszeichnung in der vorgeschlagenen Form uneingeschränkt rechtfertigen.“

 

Prof. Dr. med. Jochen Wilske, geboren 1944 in Bad Wiessee am Tegernsee, ist Arzt und wohnte lange Zeit in Homburg/Saar. Er studierte an der Universität in München Medizin und arbeitete dort von 1974 bis 1977 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Neuropathologie. Danach war er Assistent am gerichtsmedizinischen Institut der Universität Innsbruck. Seine Habilitation erfolgte 1984. Von 1986 bis 1993 hatte er eine Professur am Institut für Rechtsmedizin an der Universität München inne. Prof. Dr. med. Jochen Wilske war von 1993 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 2010 Leiter des Instituts für Rechtsmedizin an der Universität des Saarlandes.

 

Von besonderer Bedeutung ist seine große wissenschaftliche Leistung, insbesondere auf dem Gebiet der Drogenerkennung. Aufgrund seiner umfangreichen Forschungen war Prof. Dr. med. Wilske an zahlreichen Projekten, sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene, wissenschaftlich eingebunden: Drogenerkennungsprogram der Bundeanstalt für Straßenwesen, Rosita 1 und 2, Speichel-Studie der Polizei-Führungsakademie und das EU-Projekt DRUID-Teilprojekt ESTHER. Bei all diesen Projekten war die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Institut für Rechtsmedizin der Universität des Saarlandes unter Leitung von Prof. Dr. Jochen Wilske Garant für die über Europa hinausreichende Anerkennung des saarländischen Weges bei der Erforschung der Drogenerkennung und der Drogentests. Für Polen, Slowenien und Spanien wurden die wissenschaftlichen Grundlagen für die Drogenerkennungsprogramme im Polizeidienst am Homburger Institut unter Leitung von Prof. Dr. med. Wilske entwickelt. Ebenso konnten Regierungsvertreter von Österreich und Luxemburg bei Gesetzesvorhaben zur Bekämpfung von Drogen im Straßenverkehr durch die Weitergabe von wissenschaftlichen Erkenntnissen beratend unterstützt werden.

 

Durch die Eingliederung in das Landesinstitut für Präventives Handeln am 12.01.2009 ist die Drogenerkennung in ein Netzwerk eingebunden worden, zu dem die Bereiche Kriminalprävention, Gesundheitsförderung, Pädagogische Prävention und Begleitforschung gehören. Die wissenschaftliche Unterstützung dieser Arbeit wurde von Prof. Dr. Wilske ab dem Gründungsdatum garantiert. Basierend auf den Erkenntnissen der Drogenerkennung und mit wissenschaftlicher Unterstützung des Instituts konnte die Landesregierung in der Prävention neue Wege zum Wohle der saarländischen Bevölkerung beschreiten. Mit dieser von Prof. Dr. Wilske wissenschaftlich unterstützenden Entscheidung war es erstmals möglich, die Drogenprävention flächendeckend zu einem sehr frühen Zeitpunkt – unmittelbar nach dem (Erst)Konsum – anzusetzen.